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Veröffentlichung: 11.11.2011


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The Good Life - Knust (Hamburg)



Schon länger gab es hier keine Live-Kritik mehr zu lesen, aber ich kann euch sagen, dass der Rest-November dies mit Sicherheit ändern wird, da ich meinen alten, geschundenen Körper in den nächsten Tagen zu vielen sehr schönen Konzerten schleppen werde.

Nachdem das Konzert von The Good Life zunächst kurzfristig abgesagt war, hat es Tim Kasher doch noch rechtzeitig geschafft. Aufgrund eines Todesfalls musste er nach Boston, so dass die Show in Utrecht am Vortag ausfallen musste.

Richtig erholt sah er dann auch nicht aus, aber vielleicht lag dies auch daran, dass die stets bemühte Hamburger Vorband Emmy Moll einfach ohne jegliches Charisma agierte und somit eine ungewünschte Langweile aufkommen ließ. So war der Anfang von The Good Life dann auch etwas holprig, aber wahrscheinlich auch nur, damit sie und besonders Frontmann Kasher sich von Song zu Song steigern konnten.

Die Show war bestimmt nicht perfekt, aber das machte sie perfekt, denn Tim Kasher ließ uns an seinen Gefühlen teilhaben, kehrte sein Innerstes nach Außen und zeigte, wie großartig emotional es ist, wenn dies geschieht. Schnell merkt man auch, dass der Name The Good Life nicht so richtig viel mit der Musik zu tun hat, sondern eher als mangelnder Kreativität einfach dem Nummernschild des Heimat-Staates Nebraska entnommen wurde.

The Good Life stehen hier stellvertretend für andere US-Bands gleicher Intensität wie zum Beispiel Okkervil River, Kid Dakota oder Band Of Horses, die genau das haben, was die meisten europäischen Bands sich wünschten: Charisma, Intensität und vor allem Authentitzität!!! Hier stehen keine Image-Künstler aus England auf der Bühne, die sich erstmal drei Jahre Gedanken machen, was für Klamotten sie tragen sollen und welcher Sound doch gerade angesagt sein könnte, sondern Menschen, deren Musik aus tiefster Seele kommt und die gar nicht so recht glauben mögen, dass dies ein Publikum nicht nur interessieren, sondern auch begeistern kann.

Natürlich gaben The Good Life einen Querschnitt aus ihren bisherigen vier Alben, auch wenn dem einen oder anderen das Meisterwerk “Album Of The Year” fast noch mit zu wenigen Songs bedacht wurde. Dies stimmt aber nicht, denn im Laufe des zweistündigen Sets kamen dann doch viele der Songs vor und den Abschluß bildete dann das 9-minütige ‘Inmates’, das Kasher entschuldigend ankündigte, da es der einzige noch übrige Song war, denn sie geübt hatten.

Auch wenn ich in diesem Jahr schon 80 bestimmt nicht nut gute Konzerte erleben durfte, so fiel dieses The Good Life – Erlebnis in die Kategorie genial und ich durfte mal wieder erleben, was es heißt, Musik wirklich zu fühlen, was doch vielen Menschen da draußen völlig fremd zu sein scheint.

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  1. Kommentare

    Mir nicht.

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