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Veröffentlichung: 22. August


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Krachkeks-Kolumne Folge 26 "The Police in Hamburg"



Nein, dies wird jetzt kein Live-Review, denn zum einen würde es sonst ja unter “About Shows” auftauchen und zum anderen würde es wenig Sinn machen, da ich gar nicht in der HSH Nordbank Arena war.

Vielmehr habe ich heute diverse Tageszeitungen durchgeblättert und möchte mich hier gar nicht an die banalen Kritiken erinnern, die ich auch hätte schreiben können, wenn ich nicht dabei gewesen wäre, was ich ja auch nicht war. Es geht vielmehr um die Kommentare der interviewten Fans, die mir das Müsli fast noch mal durch den Kopf haben gehen lassen….

Man wird das Gefühl nicht los, dass die Menschen zum Kauf von Tickets gezwungen werden. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass sich jeder zu den doch recht hohen Ticketpreisen auslassen musste. Wurden sie von den Interviewern etwa dazu gezwungen? Das würde einem guten Journalisten eher nicht gerecht werden, auch wenn es in der Zunft der Tagespresse-Journalisten ja wohl viele schwarze Schafe gibt. Was haben die “Fans” denn erwartet? Dass sich The Police reunieren, um für 15 € zu spielen? Wäre zwar schön, aber so naiv kann man doch gar nicht sein.

Klar haben 2/3 des Trios schon länger keinen Erfolg mehr gehabt, aber die Tantiemen fließen weiter, so dass sie es bestimmt nicht nötig haben, aus finanziellen Gründen noch mal den großen Reibach (wer ist eigentlich der große Reibach?) zu machen.

Wenn jemand das Gefühl hat, dass die Tickets viel zu teuer sind, habe ich einen guten Tip: Einfach nicht kaufen! Meines Erachtens besteht noch kein Kaufzwang zu derartigen Tickets und so ist es doch jedem frei gestellt, was ihm das Konzert wert ist. Sich hinterher aber über die Preise aufzuregen, ist doch mal richtig arm. Vielleicht hätten sie auch was zum Konzert sagen sollen, aber so richtig toll hat es ihnen dann wohl nicht gefallen, wenn der Eintrittspreis bei den Kommentaren doch die Hauptrolle spielt.

Der Gipfel war dann mal wieder erreicht, als ein saudummes Huhn, wahrscheinlich “kaufmännische Angestellte”, meinte, dass die Tickets zwar zu teuer waren, aber dass das ja immer so ist. Wo lebst Du, Mädel?

Natürlich lebt sie in einer verkommerzialisierten Mainstream-Gesellschaft, in der weder nach links, noch nach rechts geschaut wird, in der ausschließlich Musik aus dem unsäglichen Radio konsumiert wird, in der Parfum bei Douglas und Klamotten bei H&M gekauft werden, in der man ab und zu “schick” essen geht, in der man sich zur Informationsaufnahme höchstens mal die “Tagesschau” anguckt und in der frau dann im Fitnessstudio in der Gala blättert.

Dass es eine Kultur neben Live-Konzerten in Stadien gibt, ist dieser Frau noch nicht aufgefallen und damit steht sie bestimmt auch nicht alleine im Wald rum. Dass es Bands gibt, die in kleinen Clubs für 3-4 € spielen, dass es etwas größere Bands gibt, die in etwas größeren Clubs für 8-18 € spielen und dass es noch größere Bands gibt, die in noch größeren Clubs für 20-30 € spielen, ist dieser Frau völlig unbekannt.

Ich habe Angst! Ich habe Angst, dass ich dieser Frau bei irgendeinem Geburtstagsbrunch über den Weg laufen werde und mir nichts bleibt, als ihr dann das Gesicht mit einer Indie-CD zu zerkratzen, denn dann würde sie sich nur noch in kleine, dunkle Clubs trauen und feststellen, dass dort Bands für einen völlig akzeptablen Preis spielen.

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  1. Kommentare

    He, angry man, Frau will ja keine Kultur. Frau will den Tantra-Sting, der im Fitnessstudio, Starbucks und bei Douglas immer im Hintergrund läuft. Diese Frau trifft man auch bei Genesis und den Stones. Hau ihr mit einer LP!! (bitte) auf die Fresse, Mann. Demnächst gerne mit einer von uns.

  2. Kommentare

    Moin Andreas,
    dann hole ich mir die am 12.10. in der Hasenschaukel ab, denn da spielt ihr ja in meinem Hamburg. Bleibt aber unter uns, dass mir Hamburg gehört, muss ja nicht jeder wissen.
    Der bescheidene Jörg

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