Portugal. The Man - Knust (Hamburg)
veröffentlicht am 4. September 2007 von Jörg
Noch nicht einmal 4 Monate ist es her, dass Portugal. The Man im Knust gespielt hatten, auch wenn ihr großartiges, zweites Album “Church Mouth” zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht war. Nun also die Zugabe und nach allen Lobeshmynen in der hiesigen Presse, war es fast etwas enttäuschend, dass nur 80 Leute mehr da waren als beim letzten Mal.
Zunächst galt es aber, der Berliner Band SIVA zu lauschen, die immer für Überraschungen gut sind und sogar etwas verwirren. Waren sie zuletzt als Trio Support von Voxtrot, so kamen sie nun als Duo daher. Dies war aber weitaus gelungener, da man ohne Bass halt die Drums auch nicht sooo doll vermisst. Die Atmosphäre war sehr entspannt und sie kredenzten uns die Songs ihres an The Notwist und zum Teil Radiohead erinnernden Debüts “the story is complete, but i think we`ve lost the book”.
Um die Verwirrung komplett zu machen, sei darauf hingewiesen, dass sie am kommenden Dienstag, 11.09. im Grünen Jäger, tatsächlich als Quartett spielen, bevor sie dann am 27.09. in der Prinzenbar wieder als Duo spielen….
Dann kam das live zu einem Quintett angewachsene Trio Portugal. The Man auf die Bühne und man hatte gleich das Gefühl, dass diese sehr eigenständige Band angekommen ist. Mit einer Selbstverständlichkeit fingen sie mit ihren Semi-Hits des Debüts an, bevor es dann in diverse Jam-Sessions überging, die aber niemals nur als Selbstzweck fungierten, sondern immer wieder zum Song zurückkehrten und gerade die Laut-Leise-Momente perfekt gespielt wurden.
Etwas verwunderlich ist noch immer die Tatsache, dass Sänger John Gourley seitlich zum Publikum steht, ein Hut sein Gesicht derart verdeckt, dass man nichts von diesem sieht und viele ja eh denken, dass diese Stimme von einer Frau kommt. Was vielleicht wie ein gutes Konzept wirkt, ist wie ich hörte aber eher seiner Schüchternheit geschuldet.
Fakt ist nunmal, dass Portugal. The Man eine Frische auf die Bühne und in ihrem Sound haben, die ansteckend ist und man über Vergleiche und Stilistiken nur milde lächeln kann, auch wenn die vielen Attribute wie “Mars Volta auf Pop”, “Sould meets Led Zeppelin” oder “sprunghaft und unscharf” sicher alle ihre Berechtigung habe, dabei aber nicht weit genug gehen.
Klar geht einfach anders, aber es waren grandiose 75 Minuten und irgendwie erinnern die nun in Portland (!) residierenden auch an Bands wie Modest Mouse, Menomena oder Wolf Parade, von denen ja auch zwei aus Portland kommen…
Kategorie: About Shows
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