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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Haldern-Pop-Festival 2007



Vorab sei für alle Erbsenzähler erwähnt, dass der nun folgende Bericht natürlich rein subjektiv ist und ihr viele Bands vermissen werdet, da ich in meinem Alter nun mal nicht alle Bands sehen kann… Mich aber lange auch nicht alle Bands interessieren.

Generell gab es in diesem Jahr recht viel Kritik am vielleicht nicht ganz so tollen Line-Up, was nicht zuletzt auch an einigen Absagen lag, aber erstens war es trotzdem gut und zweitens lachte nach drei Jahren des Regens mal wieder die Sonne vom Himmel und das ist doch auch schon was, oder?

Nach einer richtig langen Fahrt von Hamburg nach Haldern, deren Höhepunkt ein über zwei Stunden dauernder Stau mit kleiner Autobahntotalsperrung (schönes Wort) war, ging es verschwitzt und leicht genervt auf zum Festival, wo uns gerade Polarkreis 18 empfingen. “Für eine deutsche Band gar nicht so schlecht” mag etwas arrogant klingen, entspricht aber meiner Meinung und vor allem brauchte ich erstmal etwas Schatten und Bier. Paul Steel und The View machten deutlich, dass das Line-Up vor allem am Freitag doch eher schwach war.

Die vor zwei Jahren im Zelt gefeierten The Magic Numbers stellten dann für viele ein erstes Highlight da, auch wenn sie bei mir über Sympathie hinaus doch wenig ausrichten konnten, da sie auf Dauer dann doch etwas zu nett sind. Ihr zweites Album halte ich auch für wesentlich schwächer als das erste und so war der Zeltauftritt dann doch auch der bessere. Spiritualized kredenzten uns dann einen wirklich guten Akustik-Set mit tollen Streichern und Backing-Sängerinnen und ich kann gar nicht so richtig nachvollziehen, warum viele sie als langweilig bezeichneten. Klar ist ein Akustik-Set auf einem Festival immer etwas schwierig, aber wenn nicht beim Haldern, wo dann? Tolle Songs haben sie ja außerdem auch.

Das kann man wiederum von den Waterboys auch sagen, nur spielen sie halt nicht nur ihre älteren Pop-Hits, sondern verständlicherweise auch viel Neues, was einfach kein Mensch mehr braucht. Ihre Bühnen-Performance erinnert ziemlich stark an Alt-Rock, da die Bewegungen doch etwas zäh anmuten.

Abschließend gab es dann noch mit Patrick Watson und vor allem The Electric Soft Parade zwei Highlights im wunderschönen Zelt, bevor ich der Müdigkeit Tribut zollen musste. Zwar bin ich noch nicht mit dem neuen Album der Electric Soft Parade vertraut, aber trotzdem kamen die Songs bei mir gut an und ihren besten Song ‘Lose Yr Frown’ gab es ja auch.

Samstag
Mit Navel und Serena Maneesh begann der Samstag nicht so wirklich toll und natürlich waren auch noch gar nicht so viele Leute am Start. Das sollte sich bei den Schweden von friska viljor zum Glück ändern, die uns endlich das nötige Festival-Lächeln auf die Gesichter zauberten und etwas erstaunt waren, dass immer mehr Leute ihre Songs mitsingen. Einen weiteren Kommentar verkneife ich mir aus Befangenheitsgründen.

Voxtrott aus Austin, Texas, eine der wieder recht rar gesäten US-Bands, fingen dann richtig gut an und spielten Songs ihres guten Debüt-Albums und ihrer besseren EPs. Allerdings wurden sie nach ca. 20 Minuten immer beliebiger und langweiliger. Das geht aber leider heute immer mehr Bands so, die zwar oftmals bei einem kurzen Gig überzeugen können, aber einfach keinen Spannungsbogen über einen längeren Zeitraum halten können. Vielleicht mal ein Thema für die “Krachkeks-Kolumne”.

Neben friska viljor gab es an diesem Tag noch drei weitere Schwedenhappen und so übernahm im Anschluß das Duo Johnossi den Staffelstab. Was sie zu zweit für eine Energie und Power auf die Bühne bringen, ist aller Ehren wert und so zählen sie auf jeden Fall zu den Gewinnern des Festivals. Neben den hinlämglich bekannten Songs ihres ersten Albums, gab es immerhin auch einen neuen Song zu hören, der ziemlich überzeigend war. Zum Ende ihres Sets hatten sie zwar auch ein kleines “Spannungsbogen”-Problem, aber das war gar nicht schlimm.

Malajube und Architectures in Helsinki fielen für mich dann etwas ab und zum Teil auch aus, auch wenn erstere bestimmt keine schlechte Band ist. Dann übernahmen wieder die Schweden: Loney, Dear klingen im positivsten Sinne amerikanisch und wurden ihren Vorschußlorbeeren mehr als gerecht und zu den Shout Out Louds braucht man ja nicht mehr viele Worte zu verlieren, da dies schon zur Genüge getan wurde. Dies zum Teil völlig zu Recht, zu einem anderen Teil aber auch etwas zu viel, denn ihr doch sehr nett-positiver Pop macht zwar Spaß, rührt mich emotional aber jetzt auch nicht zu Tränen.

Den Abschluß machte dann der Hamburger Jan Delay, was viele im Vorfeld natürlich sehr kritisch und auch als völlige Fehlbesetzung abgetan haben. Auch wenn ich die Musik nicht wirklich mag, so hat er sich doch an diesem Abend wirklichen RESPEKT verdient. Er hatte die Menge im Griff und diese wollte mal so richtig abtanzen, was sie dann auch tat. Als Performer ist er eine Klasse für sich und die eine oder andere Band sollte sich da schon mal eine Prise abgucken….

Alles in allem fand ich das Halder Festival in diesem Jahr ziemlich gut, auch wenn die ganz großen Highlights etwas rar gesät waren und ich mir im nächsten Jahr die eine oder andere US-Band à la The Shins, Arcade Fire, Band Of Horses, Rogue Wave, Wolf Parade oder My Morning Jacket wünschen würde. Das Wetter darf natürlich wiederkommen!

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