Handsome Furs - Plague Park
veröffentlicht am 7. Juni 2007 von Jörg
Eines der besten Alben des Jahres 2005 war das Debüt der Kanadier Wolf Parade, welches auf dem legendären Sub Pop – Label erschien, und “Apologies To The Queen Mary” hieß. Live haben sie ganze zwei Shows in Deutschland gespielt, die man aber zumindest als legendär bezeichnen könnte. Bevor nun aber Anfang 2008 der Nachfolger kommen soll, hat sich eine Sangeshälfte von Wolf Parade mit seiner Frau zusammengetan, um mal eben ein Album einzuspielen.
Das Album heißt “Plague Park” und als Handsome Furs ziehen sie nun durch die Lande. Natürlich prägt der großartige und brüchige Gesang von Dan Boeckner die Songs, die schon beim ersten Hören toll sind, sich dann aber weiter und weiter zu steigern vermögen. Auch wenn der Drumcomputer hier und da gewöhnungsbedürftig anmutet, so haben die Handsome Furs eine sehr eigene Intensität und im Gegensatz zu Wolf Parade rocken sie natürlich auch weniger. Das ist aber nur eine Feststellung und keineswegs negativ gemeint.
Der Kreativpool Montreal gebährt immer neue Künstler und Bands, die man bestimmt nicht alle mögen muss, die aber auf ihre Weise sehr eigenständige Musik machen. Bei den Handsome Furs fühlt man sich recht häufig an eine abgespeckte, leicht elektronische Variante von Modest Mouse erinnert, mit denen sie auch schon auf Tour waren. Klar könnte man hier Songs wie den großartigen Opener ‘What We Had’, das melancholisch-tragende ‘Handsome Furs Hate This City’ oder den “Hit” ‘Dead & Rural’ herausstellen, aber das würde der Homogenität des Album keinesfalls gerecht werden. Hier gibt es keine Aufs und Abs und jeder Song hat seine Berechtigung.
Die Handsome Furs haben mit “Plague Park” ein Debüt geschaffen, das zwar nicht ganz die Klasse von Wolf Parade erreicht, was auch schwer möglich ist, aber dieser doch überraschend nahe kommt. Das Talent eines Dan Boeckners kann nicht hoch genug eingeschätzt werden und dass Wolf Parade zwei derartiger Köpfe hat, lässt mich optimistisch iauf das zweite Werk beider “Bands” blicken. Wegen derartiger Ausnahmekünstler kann die Musik einem etwas so Schönes und Emotionales geben, was mit wenig zu vergleichen ist.
Kategorie: About Albums
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