Kings Of Leon - Because Of The Times
veröffentlicht am 27. April 2007 von Jörg
Die drei Brüder und Cousin Followill sind wieder da und kredenzen uns mit “Because Of The Times” ihr drittes Werk in ihrer noch recht jungen Karriere.
Das Debüt “Youth & Young Manhood”, welches vom Rolling Stone als “des Teufels liebster Trick” bezeichnet wurde, war ein großer Streich und gelingt wohl nur, wenn man aus einem Dorf in Tennessee kommt, die musikalische Naivität gepachtet hat und in jungen Jahren die Welt erobern will.
Der Nachfolger “Aha Shake Heartbreak” ließ dann leichte Ernüchterung folgen und den Eindruck entstehen, sie würden den schnellen Erfolg auskosten wollen. Dabei hätten sie sich einfach mehr Zeit nehmen sollen, aber die Kings Of Leon wollten in kurzer Zeit mal eben alle Rock`n`Roll-Klischees erleben und es sei ihnen gegönnt, denn jetzt haben sie den guten Pfad wieder gefunden.
Nicht in L.A., sondern zu Hause haben sie das Album aufgenommen, natürlich mit Stammproduzent Ethan Johns, und nachdem sie der eine oder andere schon etwas abgeschrieben hat, hauen sie uns das neue Album regelrecht um die Ohren.
Schon der 7-minütige Opener hat einen ureigenen Groove und eine Entspanntheit, die mir ein nicht enden wollendes Lächeln ins Gesicht treibt. Dieses ist auch gar nicht zynisch oder sarkastisch wie meist, sondern von Zufriedenheit geprägt. Dieser Song soll niemals enden!
Natürlich kann es so nicht weitergehen. ‘Charmer’ bringt etwas Normalität zurück, bevor die erste Single – eine Schande bei einer derartigen Band über Singles zu sprechen – ‘On Call’ diese wieder bricht und man diesen Song einfach nicht mehr los wird. Dann wird mit ‘Mc Fearless’ auch mal etwas mehr gerockt und mit ‘Black Thumbnail’, der Titel sagt schon alles, holen sie dann den Rock`n`Roll-Hammer endgültig raus. Das etwas Abgehangene in ‘My Party’ steht ihnen dann aber wesentlich besser und auch wenn “cool” als Wort inflationär verwendet wird, so trifft nichts besser auf den Gesang von Caleb Followill zu als COOL.
Die Texte mögen nicht des Anspruchs letzter Schluss sein, aber das ist bei den Kings Of Leon auch ziemlich egal, denn diese Band muss man fühlen und sich klar machen, dass so eine Band gar nicht aus Europa kommen könnte.
Weitere klasse Songs wie ‘True Love Way’ und besonders ‘Ragoo’, welches, man mag es kaum glauben, einen Reggae-Groove hat, folgen. Auch die ruhigeren Momente wie ‘The Runner’ und ‘Trunk’ lassen mich schwelgen, denn sie haben verstanden, dass weniger mehr ist und sie nicht für platten Rock`n`Roll skandinavischer Coleur stehen. ‘Camaro’ und ‘Arizona’ schließen das Album dann auch noch würdig ab.
Ich kann ihnen nur ihre Gottesgläubigkeit als negativen Punkt ankreiden, aber das sei ihrer Herkunft geschuldet.
Sie selber sagen, dass sie immer darauf warten, dass jetzt die berühmte Schreibblockade kommt, aber dies sei bisher nicht der Fall gewesen. Genau das hört man “Behind Of The Times” einfach an, denn es ist ohne jegliche Verkrampfung an Authentizität und Klasse schwer zu überbieten.
Dieses Album ist ein wahrlich GROSSES und genau das richtige, das man jetzt monatelang in der Sonne beim Bier hören MUSS. Wer meiner Euphorie nicht folgen kann, ist bestimmt ein Weintrinker. (Red Ink)
Kategorie: About Albums
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