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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Jesse Sykes & The Sweet Hereafter - Like, Love, Lust & The Open Halls Of The Soul



Eine der besten Songwriterinnen legt mit ihrer Begleitband The Sweet Hereafter nun ihr drittes Album vor. Schon das großartige Artwork zeigt, dass die Musik für Jesse Sykes alles bedeutet. Das suggeriert nicht zuletzt der Albumtitel “Like, Love, Lust & The Open Halls Of The Soul”. Hier kehrt eine Künstlerin ihr Innerstes wieder nach außen, was sie ja schon auf den beiden Vorgänger-Alben “Reckless Burning” (2002) und “Oh, My Girl” (2004) exzellent getan hat.

Meine Vorliebe für den Nordwesten dürfte dem einen oder anderen bekannt sein und so wohnt nicht nur die Künstlerin in Seattle, sondern auch ihr US- und mein Lieblingslabel Barsuk sowie der Produzent des Albums Tucker Martine (Laura Veirs, The Long Winters, Terry Lee Hale), der mal wieder einen warmen, wunderschönen, einfühlsamen und nie im Vordergrund stehenden Klangteppich zaubert.

Auf dem neuen Album geht es nach dem Opener ‘Eisenhower Moon’ zunächst etwas rockiger zu als auf den beiden Vorgängern, was nicht zuletzt an Gitarrist Phil Wandscher (Ex-Whiskeytown) liegt, aber das ist zum Glück, wenn auch nicht schlecht, schnell vorbei.

Zu ihren Stärken und damit auch den Höhepunkten des Albums zählen nämlich vielmehr die atemberaubend intensiven, ruhigeren Songs. Auf dem ersten Album waren das vor allem ihre besten Songs ‘Doralee’ und ‘Lonely Still’. Bei “Live, Love, Lust…” gebührt diesen Momenten vor allem der Mittelteil mit ‘The Air Is Thin’ – wer würde dem schon widersprechen? – ‘Spectral Beings’, ‘How Will We Know?’, ‘Hard To Believe’ und ‘Aftermath’.

Diese Songs folgen nacheinander und stellen ihre faszinierende Stimme, in unglaublich dezent unterstützender Instrumentierung, in den Vordergrund. Hier zeigen sich die Abrgünde ihrer menschlichen Seele und diese Texte erklären dann vielleicht auch ein bisschen, warum Jesse Sykes meist einen sehr ernsten Eindruck macht. Verzweiflung, Melancholie und eine ernste, etwas psychedelische Grundstimmung wohnt ihrer Seele und ihren Songs inne, die uns auf eine Reise nehmen, bei der wir gar nicht sicher sind, ob wir da überhaupt mit wollen.

Der letzte Teil des Albums nimmt dann hier und da wieder etwas mehr Rock und Tempo auf (‘I Like The Sound’), lässt ab und zu Luft für Experimente, wird dann wieder ruhiger (‘Morning It Comes’) und endet mit ‘The Open Halls Of The Soul’ und der Textzeile, die Jesse Sykes am besten beschreibt: “Only music sets my soul free – my heart`s a gem – wrapped up in your song again”. (Fargo)

LIVE:
28.04. Schorndorf – Manufaktur; 29.04. Dresden – Scheune;
30.04. Hamburg – Markthalle

Jesse Sykes

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  1. Kommentare

    Hallo Jörg,
    ja ja ja, das ist ein ganz ganz sensationelles Album, durfte ich als Fremdrezension in Notes 131 unterbringen.
    liebe Grüße von Günter

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