Suche


About Songs auf MySpace

myspace.com/aboutsongs

Kategorien

About About Songs
About Albums
About Books
About Shows
About Songs Club
About Songs Compilation
About Songs Radio Show
Krachkeks Kolumne

Archiv

Misc

Links
Feed RSS    Feed Atom
About Songs

Flyer

weitere Informationen Download: Flyer
About Christmas Songs
Vol. 4

About Songs Cover

Veröffentlichung: 11.11.2011


Kontakt    Impressum

Krachkeks-Kolumne Folge 18 "es gibt Schlimmeres"



Wer kennt diesen oftmals nebenbei dahergesagten Ausspruch “da gibt es Schlimmeres” nicht? In allen erdenklichen Lebenslagen wird diese Floskel verwendet und höchstens noch die Schwesterfloskel “das ist so schlecht, dass es schon wieder gut ist” kann da mithalten.

Was diese überflüssigen Sprüche gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie meist von langweiligen und durchschnittlich gebildeten Menschen verwendet werden. Das mag etwas ketzerisch klingen, aber erstens bin ich dafür ja da und zweitens konnte ich mich selbt bei Verwenden dieser “Redensarten” noch nicht beobachten. Klar macht mich das jetzt bei Entdecken dieser erpressbar, aber gegen Erpressbarkeit ist doch nicht viel einzuwenden, oder?

Wie ich gerade jetzt darauf komme, über “es gibt Schlimmeres” eine Kolumne zu schreiben, liegt an einem aktuellen Anlass, da eine gute Freundin bei einer guten Repertoire gegenüber eher resistenten Plattenfirma in Hamburg arbeitet. Da hat sich jetzt eine von mir sehr, sehr gehasste Band ein neues Zuhause gesucht. Ohne einen Namen zu nennen, handelt es sich dabei um niveaulose Halbmusiker, die genauso speckig und eklig daherkommen wie ihre Fans in den unsäglichen Jeans-Jacken-Uniformen…

Darum soll es aber gar nicht gehen, denn auf die Frage, wie sie denn diese Band findet, kam die Antwort “es gibt Schlimmeres”! Das mag jetzt für den einen oder anderen recht banal anmuten, zeigt aber das Grundübel der hiesigen Musiklandschaft, denn wenn Menschen mit derartigen Meinungen in Plattenfirmen ihren Lebensunterhalt verdienen, ist das nicht nur ein Genickschlag für all jene, die Musik leben und lieben, sondern auch ein erneutes Armutszeugnis deutscher Musikkultur. Mir widerstrebt diese Aussage sehr, wie man vielleicht merkt – nicht zuletzt deshalb habe ich den “Schrei” in Form des “Wutschreis” als Bild dieser Kolumne gewählt – denn nichts anderes möchte ich tun.

Ich möchte mich vor ihr (klar, eine Frau!) aufbauen und ihr diesen Schrei 24 Stunden lang entgegen brüllen, bis sie meine Wut versteht. Wahrscheinlich wird sie eher taub sein, aber ich möchte diese Aussage nicht verharmlost wissen, halte sie viel mehr für fahrlässig und ein Spucken auf jegliche Musikkultur, für die ich doch mit meinen, zugegeben, arg begrenzten Mitteln alles tun würde. Warum bewerben sich derartige Leute nicht bei Banken oder Versicherungen? Da verdienen sie mehr Geld, haben geregelte Arbeitszeiten und provozieren mich nicht noch unnötig. Ich kann doch keine Künstler unter Vertrag nehmen und betreuen, wenn alles was mir dazu einfällt ist, dass es ja Schlimmeres gibt.

Käme sie zu mir, um sich zu entschuldigen, würde ich sie zunächst stundenlang mit Worten traktieren, bevor sie auf der Strasse vor mir liegt, dann würde ich ihr mit meinen 7 Jahre alten Schuhen solange in die Rippen treten, bis sie keine Luft mehr bekommt und beim Weggehen würde ich ihr zurufen: “ES GIBT SCHLIMMERES”!

Kategorie Kategorie:


Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.