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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Bright Eyes - Cassadaga



Nach dem Doppelrelease von “I´m Wide Awake It`s Morning” und “Digital Ash in A Digital Urn” folgt nun zwei Jahre später ein ganz normales, neues Bright Eyes-Album, das sich erwartungsgemäß eher an “I`m Wide Awake…” orientiert als an dem “digitalen” Album, aber dafür steht Conor Oberst ja auch.

Wie letztens in der Live-Kritik schon berichtet, ist der Künstler nun wirklich in positivem Sinne erwachsen geworden, damit auch entspannter, selbstsicherer und von jeglichem Babyspeck befreit. Dies merkt man dem neuen Werk “Cassadaga” (so eine Art Wahrsager-Mekka in Florida…) dann auch an. “Entspannt” beschreibt es dabei noch am besten, denn nicht umsonst bezeichnet Conor Oberst Bright Eyes nun zum ersten Mal als wirkliche Band, obwohl seine Mitstreiter wie Mike Mogis oder Nate Walcott natürlich nun schon länger dabei sind.

In der Kunst liegt aber auch ein großes Risiko in der “Entspanntheit”, denn wenn ein Künstler nicht mehr leidet, entwickeln sich daraus oftmals Banalitäten, die dann niemand wirklich mehr braucht. Auf die vielen Beispiele möchte ich hier heute mal verzichten, aber dies kann man dem neuen Album höchstens in ganz kleinen Bereichen anlasten.

Opener auf Bright Eyes-Alben sind traditionell etwas schwierig und bestimmt nicht die besten Songs und so ist ‘Clairaudients’ dann auch keine Ausnahme, bevor dann das von der gleichnamigen EP bekannte ‘Four Winds’ aufatmen lässt und zu den stärksten Songs des Albums zählt. Klar braucht man schon einige Durchgänge, bis sich die Songs voll entfalten, aber ein paar kleine Durchhänger im Mittelteil wie ‘Middleman’ (!), ‘Cleanse Song’ oder ‘Coat Check Dream Song’ sind dann leider auch dabei. Manchmal darin begründet, dass die opulente Produktion und Instrumentierung nicht jedem Song gut tut.

Der Schönheit tut das aber nur einen kleinen Abbruch, denn Songs wie ‘If The Breakman Turns My Way’, wo die zweite Stimme im Refrain etwas merkwürdig wirkt, ‘Hot Knives’ (mit M. Ward an der Gitarre, Sleater Kinney – Drummerin Janet Weiss sowie gesanglicher Unterstützung der DuPree-Schwestern), ‘Make A Plan To Love Me’ (diesmal an den Drums Freundin Maria Taylor), das sehr typische ‘Soul Singer In A Session Band’ sowie das orchestrale ‘No One Would Riot For Less’, welches beim ersten Hören noch etwas beliebig anmutet, nach mehrmaligem Hören aber in eine unglaublich schöne Atmosphäre eintauchen lässt gehören sicher zu den besten Sachen von Mr Oberst und Konsorten.

Den Abschluß bilden dann zwei Höhepunkte im Bright Eyes – Schaffen: ‘I Must Belong Somewhere’ kennen bestimmt schon einige von diversen Live-Auftritten und versöhnt auch den einen oder anderen Zweifler. Das herrlich reduzierte ‘Lime Tree’ tut dem Album dann mehr als gut nach all der Opulenz, und Conors Stimme sorgt in aller Reinheit für wahre Gänsehaut.

“Cassadaga” ist ein schönes, manchmal auch großartiges Album, wobei das Spektakel ein bisschen auf der Strecke bleibt. (Saddle Creek)

Live:
18.06. München – Georg Elser Halle, 19.06. Wiesbaden – Schlachthof, 20.06. Essen – Weststadthalle

Bright Eyes

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