Krachkeks-Kolumne Folge 17 "das zweite Album"
veröffentlicht am 9. April 2007 von Jörg
Wer kennt es nicht? Da ist man beigeistert von einer neuen Band und liebt ihr Debütalbum über alles, hört es Tag für Tag und kann gar nicht mehr davon loskommen. Klar ist die Gespanntheit beim Warten auf den Nachfolger dann auch kaum noch zu überbieten und was kommt dann, wenn das neue Album, der Nachfolger, dann endlich erscheint? In den meisten Fällen macht sich Enttäuschung breit.
Aus aktuellem Anlaß sollen hier die neuen Werke oder Alben von Bands wie THE KILLERS, MAXIMO PARK und KAISER CHIEFS herhalten, denn bei allen drei Nachfolgealben von sehr erfolgreichen und wirklich guten Debüts stellt sich mir die Frage, warum sie bei weitem nicht an das Debüt heranreichen können?
Sicher mögen bis zu einem gewissen Grade Dinge wie Druck, Erwartungshaltung, wenig Zeit, Meinungsverschiedenheiten in der Band, etc. eine nicht unwesentliche Rolle spielen, aber einem wahren Künstler können all diese Dinge doch recht egal sein und schließlich haben alle diese Bands einen Manager, der sie von derartig weltlichen Einflüssen befreien soll, oder?
Nun ist es ja nicht so, dass mit “Our Earthly Pleasures” (MAXIMO PARK), “Yours Truly, Angry Mob” (KAISER CHIEFS) und “Sam`s Town” (THE KILLERS) drei wirklich grauenhafte Alben das Licht der Welt erblickt hätten, nur können sie alle das Niveau des Vorgängers nicht halten und driften sehr in eine Mittelmäßigkeit ab, die dann viel Enttäuschung zurücklässt. Dabei spreche ich jetzt natürlich nicht von kommerziellen Misserfolgen, denn in der Regel werden diese Alben auch sehr erfolgreich sein und mit einem erheblich größeren Marketingaufwand evtl. sogar an die Verkaufszahlen des Debüts anknüpfen können, aber musikalisch können sie das beileibe nicht.
Sicher sind die Bands bei Bekanntwerden sehr viel auf Tour, müssen/dürfen viele Interviews geben und bei weltweitem Erfolg potentiert sich dieser Zeitaufwand auch noch, aber verlieren sie dabei ihr Talent in den vielen Städten des Tourens? Lassen sie ihn da einfach auf der Strasse liegen oder ist es nur der fehlende Überraschungseffekt, da wir die Band ja nun bereits kennen?
Ich glaube einfach, dass bei vielen Bands das Talent halt nicht sehr weit reicht und oftmals schon mit dem ersten Album ausgeschöpft wurde. Diese drei genannten Bands belegen ja, dass der Nachfolger den Standard einfach nicht halten kann und natürlich wünscht man sich für das dritte Album dann eine Kehrtwende oder gar ein Wunder, aber oft tritt es nicht ein. Gemeinsam haben diese genannten Bands, dass sie vor allem in UK sehr viele Platten verkauft haben und sich vor dem typisch britischen Hype nicht retten konnten/wollten, aber nach heutigem Stand der Dinge muss festgestellt werden, dass ihr künstlerisches Potential endlich ist. FRANZ FERDINAND können davon ja auch ein Lied singen…
Vielleicht lassen diese Bands alle zuviele Einflüsse von außen zu und wer könnte ihnen das verdenken? ICH.
Die meisten Bands, die in GB Erfolg haben, mussten dafür nämlich meistens nicht jahrelang arbeiten, wie es früher oftmals der Fall war, sondern biedern sich halt geschickt einer temporären Mode an, machen sich sehr viele Gedanken über das Image und haben dann vielleicht das Glück, dass sie der neueste Hype des Monats sind. Ich möchte diesen Bands zurufen: Macht euch frei von äußeren Einflüssen und weiß natürlich, dass das mehr als leicht gesagt ist. Natürlich gibt es auch sicher viele Ausnahmen, aber es ist schon recht erstaunlich, warum die hier beschriebene, vielleicht auch etwas subjektive Tatsache, bei vielen Bands so ist.
Dann warten wie doch mal, was die zweiten Alben von Bands wie WOLF PARADE, BAND OF HORSES oder HARD-FI so bringen.
Kategorie: Krachkeks Kolumne
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Tom am 17. Mai 2007, 21:48
Ich finde solche Behauptungen ja immer etwas unscharf. Ich wette, die Liste zweiter Alben, die besser sind als die Erstlingswerke, ist länger als anders herum.
Wette ich jetzt einfach mal.