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Veröffentlichung: 22. August


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Krachkeks-Kolumne Folge 16 "Musik"



Nach drei Wochen in den USA bin ich wieder in Deutschland angekommen. Nein, dies soll nun kein Abrechnen mit den beschwerlichen Reisestrapazen, fehlendem Gepäck oder der 24-stündigen Verspätung sein.

Vielmehr geht es hier um ein Gefühl der Depression. Klar gibt es unzählige Dinge, die mir hier besser gefallen als in “God`s Own Country”, aber in meinem Leben spielt Musik nun mal eine recht große und entscheidende Rolle und so langsam frage ich mich, ob ich mir die USA noch antun soll, denn dort ist die Musikwelt noch in Ordnung, zumindest einigermaßen.

Das liegt zunächst einmal daran, dass sich die Menschen dort für gute Musik zu interessieren scheinen. Bands wie Modest Mouse, The Shins oder Arcade Fire sind da wirklich groß, hier sind diese genialen Bands ja höchstens in den Medien groß. Selbst in Klamottenläden oder auf den Flughäfen werden The Shins gespielt und genau dieses Erreichen einer breiteren Masse macht den Unterschied. Was hier cool und indie ist, ist dort selbstverständlich Mainstream. Wie schön könnte die Welt sein?

Nehmt einen Sonnentag wie diesen: Wäre es nicht toll, man setzt sich hier mit seinem Bierchen in ein Cafe in die Sonne und lauscht nebenbei den Klängen eben genannter Bands und fühlt sich dabei richtig gut? Das ist aber nur schwer möglich, denn die Läden, die Außengastronomie anbieten, haben entweder gar keine Musik (!) oder halt Lounge-Musik für BWLer mit Karo-Hemden. Ja, ich weiß ja auch, dass Karohemden zu Grunge-Zeiten Anfang der 90er mal in waren, aber von diesen rede ich gerade nicht…

Warum wird gute Musik hier einfach ignoriert? Klar ist “gute” Musik per se etwas Subjektives, aber ihr, die mich kennt, wißt doch, was ich sagen will, oder? Natürlich kennt der Mainstream hier die Shins gar nicht und meine Frau würde jetzt wieder sagen, dass man ihnen doch keinen Vorwurf machen kann, denn wenn sie die kennen würden, würden sie die bestimmt auch gut finden, da sie doch Pop-Hits schreiben.

Klar schreiben sie diese, aber leider nur für unsere Art Ohren und nicht für die Ohren der Bösen. Ich wollte hier nur kurz meinen Frust ausdrücken und gar keine Erklärungen suchen, denn derer gibt es sehr viele und die Aufzählung würde daher etwas länger dauern. Schließlich lernen wir im Musikunterricht ja auch eher Querflöte als Gitarre…

Ob man es glauben mag oder nicht, ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht für zumindest ein paar Monate einfach nach Portland oder Seattle ziehen soll, denn selbst im Starbucks gibt es dort gute Musik. Es ist einfach unglaublich, aber die Menschen finden das Hören von Bands wie Postal Service, Wolf Parade, Cursive oder Swell völlig normal und üblich! Was kann ich tun, damit ich das hier auch habe bzw. was kann man tun, damit die Menschen in diesem Lande Musik zu fühlen lernen?

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