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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Ken Stringfellow - Wohnzimmerkonzert (Essen)



Was führt einen in eine Stadt wie Essen? Ich war am vergangenen Freitag zum ersten mal dort, um zum einen den Geburtstag von Carsten Wohlfeld zu feiern und zum anderen, um seinem eigenen Geburtstaggeschenk zu lauschen. Niemand anderes als einer unser gemeinsamen Helden Ken Stringfellow war der musikalische Gast des Abends.

Wem dieser klangvolle Name nichts sagt, dem sei gesagt, dass Ken Stringfellow vor allem durch die großartigen Posies, Big Star sowie durch R.E.M., bei denen er als Tourmusiker schon seit Jahren Keyboard spielt, bekannt ist. Allerdings hat er auch schon drei Solo-Alben veröffentlicht, wobei mein Favorit sein vor zwei Jahren erschienendes „Soft Commands“ ist.

Kaum war die Fahrt von Hamburg nach Essen hinter mich gebracht und Ken herzlichst begrüßt, fing er auch schon an. Das muss man sich mal vorstellen, sonst mit R.E.M. auf der Bühne und heute auf einem privaten Geburtstag vor ca. 40 Leuten, von denen einige zwar Fans waren, andere den Künstler aber überhaupt nicht kannten. Für diese mag dann das zweistündige Programm auch manchmal Längen gehabt haben, für mich und die anderen war es dagegen eine einzige Offenbarung, ein Ohrenschmaus, ein Gänsehautereignis, ein Fest!

Nach Songs wie ‘Don`t Die Young’, welches er für seinen bereits 20-jährigen Sohn geschrieben hatte, ‘Down Like Me’, ‘Lover’s Hymn’ und diversen anderen aus seinem reichhaltigen Repertoire widmete Ken dann einen seiner musikalischen Höhepunkte ‚Known Diamond’ einem Hamburger Gast. Mir erschien natürlich sofort die Gänsehaut auf meinen Armen, denn schließlich wusste ich ja, oder bildete mir ein, dass ich der einzige Gast aus Hamburg war und genau diesen Song ja auch auf meiner „About Songs Volume 1“-Compilation einen Ehrenplatz eingerichtet hatte. Klar ist Ken auch offen für Requests, aber ich traute mich nicht, nach diesem Song zu fragen, da dies ja eigentlich ein Piano-Song ist und er jenes ja gar nicht dabei hatte. Umso schöner, dass er mir diesen Wunsch quasi von den Augen abgelesen hatte – danke!

Natürlich spielte er eine Vielzahl eigener Songs seines bisherigen Schaffens einfach mit Gitarre und seiner schönen Stimme, aber schon nach einigen Gläsern Wein und dem Aufruf, dass wir doch alle mehr trinken sollten, wurden auch Cover-Versionen der Long Winters und der Cardigans kredenzt. Bei ‚Enjoy The Silence’ von Depeche Mode, einem Wunsch des Gastgebers, fehlte dann zwar jegliche Textsicherheit, aber die schüchterne Unterstützung von Teilen des Publikums machte auch das zu einem charmanten Versuch.

Die Qualitäten, die Ken Stringfellow danach noch als DJ offenbarte, stehen allerdings in keinem Verhältnis zu seinem Talent als Songwriter und Sänger, aber das war dann natürlich auch recht egal.

Ich kann nur hoffen, dass Ken Stringfellow auch mit seinen Solo-Werken irgendwann mal die Achtung entgegen gebracht wird, die er verdient und er noch einige Auftritte in diesem Jahr absolvieren wird – dann ja vielleicht auf der ersten „About Songs“-Tour im Herbst.

Ken Stringfellow

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