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Veröffentlichung: 22. August


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Morgen ist es wieder soweit, denn zum einen gibt es im Grünen Jäger wieder den allmonatlichen “About Songs”-Abend – diesmal mit Thimo Sander aus Berlin, der im letzten Herbst über Tapete Records seine EP “Kopfverdreht” veröffentlicht hat.

Außerdem hat er in seiner doch noch recht jungen Karriere bereits Songs für diverse Filme wie “Väter” (Daniel Levy), “Im Juli” (Fatih Akin) und “Fickende Fische” (Almut Getto) beigetragen sowie auch schon mit Künstlern wie Susi Van Der Meer, Poems For Laila und den Lemonbabies gearbeitet.

Thimo Sander als deutschen Elliott Smith würde vielleicht etwas zu weit führen, aber eine gewissen Ähnlichkeit in Instrumentierung und Gesang kann man nicht gänzlich verleugnen.

Start wie immer um 21:00 Uhr

Zum anderen gibt es morgen auch wieder die “About Songs”-Radio-Sendung auf Tide 96.0 (Kabel 95.45) von 18:00 – 19:00 Uhr

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Krachkeks-Kolumne 15 "Echo"



Kaum hat das Jahr 2007 begonnen, steht auch schon wieder der „Echo“, der deutsche Musikpreis, vor der Tür und natürlich frage ich mich, warum man ihn denn noch rein lassen sollte?

Angetreten, um mit dem größten internationalen Musikpreis „Grammy“ mithalten zu können, wird heute wohl kaum jemand behaupten wollen, dass dieser Anspruch in all den Jahren auch nur entfernt erreicht werden konnte. Internationale Künstler sind Mangelware, vor allem natürlich jene, die auch erfolgreich sind. Klar versuchen die Major-Plattenfirmen noch immer alles, um ihre amerikanischen Stars zum deutschen „Echo“ zu bewegen, aber etliche Pannen in den letzten Jahren – hier sei nur an die arme Alanis Morissette erinnert, die ihren Auftritt dreimal wiederholen musste, da es einfach kein digitales Mischpult gab – sowie die mangelnde Relevanz des deutschen Musikmarktes für viele Künstler, die da natürlich eher Groß-Britannien im Focus haben, machen dieses Unterfangen immer schwieriger.

Nun wurden dann auch mit großem Getöse die ersten Künstler bekannt gegeben, aber überraschen können Namen wie Take That, deren Reunion wenn überhaupt, dann nur in Deutschland einigermaßen erfolgreich war, Simply Red, die eh immer nur in Deutschland einige Relevanz erlangen konnten und an Langeweile ja nur schwer zu überbieten sind, und Tokio Hotel nicht wirklich und so muss man den „Echo“ heute als das verstehen, was er ist:

Ein Mikrokosmos der deutschen Musikwirtschaft, der im Ausland nicht mal mehr für eine Randnotiz gut ist, in der Metropole Berlin kaum wahr genommen wird und ohne jeglichen Qualitätsanspruch antritt. Klar resultieren die Gewinner zum Großteil aus den Verkaufszahlen und ich könnte wieder kommen mit „jedes Volk bekommt das, was es verdient“, aber ursprünglich war der Anspruch halt einer anderer und sollte mehr Auslandsansehen erlangen als der „Musikantenstadl“ oder die alte „ZDF-Hitparade“.

Natürlich versucht man auch gar nicht erst, mit einer kleinen Überraschung aufzuwarten, denn das wäre dann wohl Perlen vor die Säue oder so. Jetzt könnte man argumentieren, dass ich gar nicht weiß, wovon ich spreche, aber Pustekuchen, denn ich durfte schon 10 Echo-Verleihungen am eigenen Leibe miterleben. Auf die Veranstaltung an sich hat eigentlich schon niemand so richtig Lust, was am Anfang hoffentlich noch etwas anders war, denn das bedeutet, drei Stunden ruhig und ohne Getränke auf seinem Sitz zu verharren, was gerade für Musikschaffende ein fast unmögliches Unterfangen ist. Wenn man aber schon dabei sein darf, lässt man das dann über sich ergehen, denn am Ende winkt ja die legendäre After-Show-Party, auf der man umsonst essen und trinken kann und wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, auch entsprechend viele Bekannte trifft.

Allerdings führte auch dieses Prozedere dazu, dass man von Jahr zu Jahr immer mehr Leute antrifft, die man gar nicht treffen will – hier seien nicht nur bestimmte Personen aus der Musikbranche genannt, die jedem auf dem Sack gehen, sondern vor allem auch immer mehr Markenartikler und deren Kunden, so dass eine extreme „Ver-Ammer-isierung“ der Party die Folge ist. Schlechte Musik und verbreitetes Proletentum gehen damit dann einher und somit kann selbst die Party diese langweilige Veranstaltung nicht mehr retten. Die Stimmung im Saal ist eigentlich auch nicht wirklich vorhanden, wenn man von den paar Teenager-Musikfans mal absieht, die dafür auch noch viel Geld bezahlen mussten.

So tut es mir auch ein wenig Leid, dass ich hier deren Traumveranstaltung disse, aber was aus dem „Echo“ und der ursprünglichen Idee dahinter geworden ist, macht mich fast schon wütend oder ist es nur der Neid, dass ich die letzten drei Jahre nicht mehr teilnehmen durfte, da meine Warner-Zeit vorbei ist und mein eigenes Label so klein, dass ich schon froh bin, wenn meine Künstler überhaupt irgendwo auftreten?

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Ken Stringfellow - Wohnzimmerkonzert (Essen)



Was führt einen in eine Stadt wie Essen? Ich war am vergangenen Freitag zum ersten mal dort, um zum einen den Geburtstag von Carsten Wohlfeld zu feiern und zum anderen, um seinem eigenen Geburtstaggeschenk zu lauschen. Niemand anderes als einer unser gemeinsamen Helden Ken Stringfellow war der musikalische Gast des Abends.

Wem dieser klangvolle Name nichts sagt, dem sei gesagt, dass Ken Stringfellow vor allem durch die großartigen Posies, Big Star sowie durch R.E.M., bei denen er als Tourmusiker schon seit Jahren Keyboard spielt, bekannt ist. Allerdings hat er auch schon drei Solo-Alben veröffentlicht, wobei mein Favorit sein vor zwei Jahren erschienendes „Soft Commands“ ist.

Kaum war die Fahrt von Hamburg nach Essen hinter mich gebracht und Ken herzlichst begrüßt, fing er auch schon an. Das muss man sich mal vorstellen, sonst mit R.E.M. auf der Bühne und heute auf einem privaten Geburtstag vor ca. 40 Leuten, von denen einige zwar Fans waren, andere den Künstler aber überhaupt nicht kannten. Für diese mag dann das zweistündige Programm auch manchmal Längen gehabt haben, für mich und die anderen war es dagegen eine einzige Offenbarung, ein Ohrenschmaus, ein Gänsehautereignis, ein Fest!

Nach Songs wie ‘Don`t Die Young’, welches er für seinen bereits 20-jährigen Sohn geschrieben hatte, ‘Down Like Me’, ‘Lover’s Hymn’ und diversen anderen aus seinem reichhaltigen Repertoire widmete Ken dann einen seiner musikalischen Höhepunkte ‚Known Diamond’ einem Hamburger Gast. Mir erschien natürlich sofort die Gänsehaut auf meinen Armen, denn schließlich wusste ich ja, oder bildete mir ein, dass ich der einzige Gast aus Hamburg war und genau diesen Song ja auch auf meiner „About Songs Volume 1“-Compilation einen Ehrenplatz eingerichtet hatte. Klar ist Ken auch offen für Requests, aber ich traute mich nicht, nach diesem Song zu fragen, da dies ja eigentlich ein Piano-Song ist und er jenes ja gar nicht dabei hatte. Umso schöner, dass er mir diesen Wunsch quasi von den Augen abgelesen hatte – danke!

Natürlich spielte er eine Vielzahl eigener Songs seines bisherigen Schaffens einfach mit Gitarre und seiner schönen Stimme, aber schon nach einigen Gläsern Wein und dem Aufruf, dass wir doch alle mehr trinken sollten, wurden auch Cover-Versionen der Long Winters und der Cardigans kredenzt. Bei ‚Enjoy The Silence’ von Depeche Mode, einem Wunsch des Gastgebers, fehlte dann zwar jegliche Textsicherheit, aber die schüchterne Unterstützung von Teilen des Publikums machte auch das zu einem charmanten Versuch.

Die Qualitäten, die Ken Stringfellow danach noch als DJ offenbarte, stehen allerdings in keinem Verhältnis zu seinem Talent als Songwriter und Sänger, aber das war dann natürlich auch recht egal.

Ich kann nur hoffen, dass Ken Stringfellow auch mit seinen Solo-Werken irgendwann mal die Achtung entgegen gebracht wird, die er verdient und er noch einige Auftritte in diesem Jahr absolvieren wird – dann ja vielleicht auf der ersten „About Songs“-Tour im Herbst.

Ken Stringfellow

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Krachkeks-Kolumne Folge 14 "Wo ist mein HASS geblieben!"



Die letzten Tage waren nicht einfach für mich. 5 Konzerte in 5 Tagen, dem Alkohol gefröhnt, kaum geschlafen, wenig Sport getrieben und entsprechend nicht so richtig fit. So ungefähr sieht mein Resümee der letzten Tage aus. Das wird euch nicht neu sein und auch diverse Male so gegangen sein und das ist auch gar nicht der Grund für diese Zeilen, denn ich möchte ja hier nicht mein Alltagsklagelied anstimmen.

Viel schlimmer ist nämlich die Tatsache, dass ich in diesen fünf Tagen zu Nörgeln (daher kommt ja auch mein Name “Jörg”)verlernt habe. War ich zu entspannt? Hat mir der Alkohol die Sinne vernebelt? Hatte ich zuviel Umgang mit Schweden? Wird sich das wieder ändern?

Ich weiß es nicht, hoffe aber nicht, dass mich die Leute jetzt von einer ganz anderen, völlig entspannten Seite kennenlernen müssen. Das haben sie nicht verdient, wo es doch eh schon viel zu viele “nette” Menschen auf dieser Welt gibt. Ich habe meinen Hass verloren, glaube aber das dies nur ein temporär begrenzter Zustand ist, der sich schnell wieder normalisiert. Schließlich gibt es doch mehr als genug Dinge und Menschen, über die man sich aufregen kann – meckern hält ja auch jung, oder? Nur fallen mir halt im Moment diese Dinge nicht ein oder gehe ich gerade mit geschlossenen Augen durch die Welt?

Klar denken jetzt viele, dass “Hass” etwas Schlechtes ist und natürlich haben sie recht, wenn sie darunter die auf Nazi-Hände tätowierten Buchstaben meinen, aber meine Assoziation mit Hass ist da eben eine ganz andere. Mein Hass ist dynamisch und energetisch, er ist beherzt, kommt aus dem Innersten und ist doch auch ironisch, denn Ironie und Zynismus sind gute Freunde und keine negativen Eigenschaften im üblichen Sinne.

Natürlich ist Hass nicht mein einziger Motor und auch ein Schutz vor dem mir sehr, sehr fern liegenden Verständnis für alles und jedes, das ja vor allem den Frauen nicht fremd ist. Diese Kolumne ist noch nicht als Hilferuf zu verstehen, denn bisher glaube ich, dass mein Hass nicht verloren ist, sondern wieder kommt, aber wenn “die Abstinenz des Hasses” anhalten sollte resultiert das natürlich auch in mangelnden Themen für die “Krachkeks”-Kolumne.

Vielleicht sollte ich einfach in den nächsten Tagen kein Alkohol trinken, keine Konzerte sehen, mehr schlafen und dann kommt der Hass schon von alleine zurück.

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Badly Drawn Boy "Born In The U.K."



Gab es hier in den letzten Wochen kaum ein negatives Wort über die besprochenen Alben zu berichten und konnten mich die Werke der Decemberists, Cold War Kids oder The Shins nahezu vollends überzeugen, so sieht das mit dem fünften Album (rechnet man den OST zu “About A Boy” dazu, welches ja sein bisher erfolgreichstes Album war) von Badly Drawn Boy leider völlig anders aus.

Das soll natürlich nicht der Tatsache zugeschrieben werden, dass “Born In The U.K.” sein erstes Album für den bösen Major EMI ist, denn das wäre doch etwas einfach. Allerdings ist schon erstaunlich, wie glatt dieses Werk geworden ist. Schon der erste Song ‘Degrees Of Separation’, der ein sehr schnulziges Piano-Intro hat und dann verhältnismäßig Gas gibt, ist irgendwie fast belanglos und gehört dabei gar nicht mal zu den schlechteren Songs des Albums.

Dass Damon Gough ein großer Bruce Springsteen-Fan ist, kann man nicht zuletzt dem Albumtitel entnehmen, allerdings erreicht er in keinem Moment dessen Tiefe und Emotionalität und verliert sich vielmehr in an Banalität nicht zu überbietenden Langweilern wie ‘A Journey From A to B’, ‘The Way Things Used To Be’ oder ‘One Last Dance’.

Nun soll aber nicht jeder Song verrissen werden, denn mit ‘Nothing`s Gonna Change Your Mind’, ‘Promises’, und vor allem ‘Walk You Home Tonight’ sind auch ein paar wirklich nette Titel enthalten, die aber leider eher als Einäugige unter den Blinden anzusehen sind.

Nun hat Badly Drawn Boy gerade seine Tour beendet und auch diese ließ einen eher zwiespältigen Eindruck zurück, da man irgendwie das Gefühl nicht los wurde, er versucht krampfhaft authentisch zu sein, was ihm aber nicht gelingt und so eher der Eindruck eines bemühten Schauspielers vermittelt wird.

“Born In The U.K.” ist aus meiner Sicht eine einzige Enttäuschung und kommt in keinem Moment an seine Vorgänger-Alben “One Plus One Is One” und “Have You Fed The Fish” an. (EMI)

Badly Drawn Boy

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