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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Krachkeks-Kolumne Folge 13 "Sänger gesucht"



Natürlich ist es nicht wirklich neu, dass ich auf den deutschen Musiknachwuchs verbal einschlage und ihn an allen Ecken und Ende kritisiere. Zum einen ist das meine eigene, subjektive Meinung, zum anderen möchte ich dies auch als Ansporn verstanden wissen bzw. dem Aufruf, mich zu widerlegen, denn dass Ausnahmen die Regel bestätigen, ist ja so neu nicht.

Diesmal soll es also um die Sänger oder Vokalisten gehen. Es gibt in diesem Lande sicher viele Leute, die ihre Instrumente beherrschen, aber warum gibt es nur so wenige wirklich gute Sänger mit einer charismatischen Stimme? Ich rede jetzt gar nicht mal so sehr davon, dass der Gesang supertoll und über mehrere Semester ausgebildet werden muss. Vielmehr geht es einfach darum, aus dem Bauch heraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Schaut man sich um gibt es zur Zeit unzählige Bands, die mit deutschen Texten reüssieren, deren Sänger man aber einfach nicht auseinadner halten kann und die zu einem großen Prozentsatz einfach nur “sprechen” und nicht singen. In Anführungszeichen steht das Wort hier, da es natürlich eine kleine Übertreibung ist, aber man kann doch wohl Bands wie Hund am Strand, Virginia Jetzt!, Jeans Team, Tomte, Dorfdisco oder meinetwegen auch Juli, Silbermond oder Revolverheld nicht bescheinigen, dass ihr Sound durch den Gesang arg bereichert wird, oder?

Es sind die Texte, die man ach so toll mitsingen kann, im Vordergrund. Die sind meistens auf deutsch und so kann man sich damit auch identifizieren – so hörte ich zumindest – und die Qualität oder Charakteristik des Gesang spielt eine höchstens sehr kleine Rolle. Das gilt jetzt übrigens für fast alle musikalischen Bereiche und natürlich ist es übertrieben sich mit den US-Sängern messen zu wollen, aber warum eigentlich.

Wenn mir dann noch ein Klugscheißer sagt, dass z.B. ein Conner Oberst von Bright Eyes ja auch nicht jeden Ton trifft und zum Teil schief singt, dann platz mir der Kragen, denn noch mal: Darum geht es gar nicht. Es geht um Ausdruck und Emotionalität, was beduetet, dass der Hörer das Gefühl haben sollte, da meint jemand das, was er singt, aus vollstem Herzen und nicht so, als würde man im Deutschunterricht einen Aufsatz monoton runterleiern.

Also, werter Sängernachwuchs: Klar schadet es nicht, Töne zu treffen und Gesangsunterricht zu nehmen, aber achtet auf eine eigene Charakteristik des Gesang! Ich weiß, dass das mit deutschen texten bestimmt nicht ganz einfach ist, aber es wird auch bald die Zeit kommen, wo auch deutsche Bands wieder englisch singen dürfen!

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