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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Krachkeks-Kolumne Folge 12 "Kino-Spaß"



Jedes Mal frage ich mich, ob man sich denn donnerstags die Filmkritiken durchlesen sollte oder nicht, denn eigentlich war ich im letzten Jahr vielleicht zweimal im Kino und da macht es doch wenig Sinn, hunderte Filmkritiken im Jahr zu lesen, oder?

Darum soll es hier aber gar nicht gehen, denn jetzt habe ich es mal wieder ins Kino geschafft und es spielt nun auch keine Rolle, welcher Film es war, denn Fakt ist, dass dieser nur in einem Großraumkino lief. Klar diskutiert man dann zu Hause mit der Frau, ob man sich das denn überhaupt antun möchte, da die böse Vorahnung schon da ist. Nachdem wir uns zu diesem Schritt in die Filmhölle entschieden hatten, ging es also los. Zum Glück kenne ich die Begebeneheiten um das Cinemaxx in Hamburg ziemlich gut, so dass wir dann auch schnell einen Parkplatz hatten, aber schon als ich die Menschenmassen sah, die sich auf dem Weg von der S-Bahn zum Kino bewegten, wollte ich wieder heim. Das ist natürlich etwas albern und so kam es auch nicht in Frage. Die Schlangen gingen dann bis draußen und jeder Sepp stellt sich da dann auch brav an.

Ich natürlich nicht, denn im hinteren Bereich sind ja auch noch Kassen, in deren Schlangen man sich immer halb legal reindrängen kann, so dass sich die Wartezeit in Grenzen hielt. Trotzdem blieb mir genug Zeit, um mir die Menschen mal genauer anzusehen und was soll ich sagen? Meine kühnsten Erwartungen wurden bestätigt.

Hässliche, junge Menschen, zum Teil sehr junge Menschen, die konservativer gekleidet waren als wir in unserer schlimmsten Spießerzeit. Wort- und Satzfetzen drangen an meine Ohren, die ich mir nicht schön hören konnte. Vielmehr machte mich diese Sprache fast verrückt. Was ist das? Da diskutiert man jahrelang über den Sinn und Unsinn einer Rechtschreibereform, dabei können viele Menschen nicht mal richtig sprechen. Oder sprechen sie eine Sprache, der ich schon länger entwachsen bin und die ich früher auch gesprochen habe? Das will ich nicht glauben, denn dann müsste ich meine Eltern nachträglich dafür bestrafen.

Es war schlimm und ich kann jedem nur empfehlen, diesen Massenmob zu umgehen, denn ich war tatsächlich letztens in einem sogenannten “Programmkino” und die Welt war wieder in Ordnung. Keine Massen, keine agressive Stimmung, Menschen, die sich recht normal unterhielten, klar, auch ein paar nicht ganz normale Leute, die im Cinemaxx bestimmt verprügelt worden wären, aber hier war das in Ordnung. Fast schon ruhige Besinnlichkeit und definitiv ein anderer Planet.

Ich weiß ja, dass ich mich mit meinem Musikgeschmack in Nischen bewege und mit meinem Label auch nie den Mainstream erreichen darf/will/werde, aber dass das auch für meinen Filmgeschmack und den Kinos gilt, erschreckte mich schon, denn letztlich frage ich mich: Lebe ich in einer Nische???

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  1. Kommentare

    Lustig: Auch ich musste neurlich notgedrungen ins Cinemaxx, um einen Film zu sehen, der nur dort lief. Am Mittagstisch in der Kantine hatte ich davon erzählt und angemerkt, dass es einer von zwei Gängen in dieses oder ähnliche Kinos pro Jahr war und ich froh war, ihn schon so früh hinter mich gebracht zu haben. Alle guckten mich verdutzt an (wenn man das so schreibt), da bekannt ist, dass ich fast jede Woche mindestens einmal ins Kino gehe. “Wie jetzt? Wo denn dann?” Ja, genau. Das sind die Kollegen, die, wenn sie mitkriegen, dass man sich “auch für Musik interessiert” aufgeregt vom letztjährigen Anastacia Konzert erzählen, und man gar nicht weiß, wie man eigentlich am schnellsten im Erdboden verschwindet.
    Ich wusste mir dann nicht anders zu helfen als zu sagen, dass ich finde, es sei so ähnlich wie mit dem Essen: Normalerweise gehe ich in Restaurants. Und nur ganz selten, und meist weil es nicht anders geht, betrete ich ein Mc Donald’s. Da wird man auch satt, aber hinterher ist einem immer stundenlang schlecht . Und von den Sprachlichen, äh, Sonderheiten, gibt es dort mindestens genauso viel zu erleben. Eigentlich alleine schon ein Grund, doch öfter mal…?

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