Cold War Kids "Robbers & Cowards"
veröffentlicht am 12. Januar 2007 von Jörg
Wenn jedes Jahr mit derartig guten Alben starten würde wie 2007, dann wäre zumindest die Musikwelt ein paradisischer Ort. Diesmal geht es um eine neue Band mit dem wohlig (!) klingenden Namen Cold War Kids, was allerdings wirklich nicht für die Musik steht, denn hier kehrt ein Sänger sein Innerstes nach außen.
Entdeckt habe ich die Band im letzten Jahr als sie auf dem “Intro”-Abend im Hamburger Übel & Gefährlich spielten und mich zu innerlichen Begeisterungsstürmen hinrissen. Das aus Long Beach, California kommende Quartett mit dem großartigen Sänger Nathan Willett, dessen sehr abwechslungsreicher, manchmal ins Irre driftender Gesang hier und da an Jeff Buckley erinnern mag, hat einen derartig eigenen Sound, dass ich mir wünschen würde, 10 % dieser Eigenständigkeit würden sich hiesige Bands mal zu Herzen nehmen.
Schon der Opener ‘We Used To Vacation’ zeigt, dass die Texte aus der autobiografischen Sicht des Sängers geschrieben wurden, ziemlich anspruchsvoll sind und nicht vor intimen Details zurückschrecken. So handelt dieser Song vom alkoholkranken Vater Nathan Willetts und dem Versprechen an seine Familie, dass er nie Alkohol anrühren wird solange er lebt.
Auch Todesstrafe und andere ernste Themen werden verarbeitet.
Keine Angst, die Musik der Cold War Kids ist keineswegs düster und depressiv, vielmehr verstehen sie es auf Basis des Pianos einen schönen Sound zu entwickeln, der in schrägeren Momenten an Man Man erinnert, auch Vergleiche zu Spoon könnte man hier und da anführen, aber wie schon gesagt, würde das den Kids nicht gerecht werden.
Schellenring & Groove (‘Hair Down’), Polka-Rhythmen (‘Passing The Hat’), Gospel (‘Saint John’) und als Hidden Track sogar ein noch flehentlicheres ‘Sermons vs. The Gospel’ mit Lyrics wie “Lord, have mercy on me, I believe the words can change heart” lässt einen hoffnungsvoll in das trübe Grau blicken.
“Robbers & Cowards” werde ich schon jetzt in meine Bestenliste diesen Jahres aufnehmen und das Beste ist, dass sie schon im Februar als Support von Clap Your Hands And Say Yeah nach Deutschland kommen, so dass ihr die Intensität der Cold War Kids gleich mal antesten könnt (V2):
06.02. Köln – 09.02. Berlin – 11.02. Hamburg
Kategorie: About Albums
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