The Decemberists "The Crane Wife"
veröffentlicht am 5. Januar 2007 von Jörg
Kaum ist die Bestenliste für 2006 in die Schublade gewandert, kann man sich gleich ein Album für 2007 notieren, auch wenn es in den USA bereits im letzten Jahr erschienen ist. Es handelt sich um „The Crane Wife“, dem neuen Album der Decemberists.
Schon der gleichnamige Opener zeigt, dass die Band ihren Zenith erreicht hat, den sie hoffentlich noch einige Jahre kompensieren wird. Was dann folgt ist ein 12-minütiges Oeuvre ‚The Island’, welches aus drei Teilen besteht. Beginnen tut es mit einem noch recht kurzen Instrumentalpart, der in das Werk einführt, bevor mal eben ein Hitteil eingefügt wird. Dann geht es wunderbar weiter, denn dieser Song als solches bietet all das, was man an den Decemberists liebt und wenn man bereit ist, diese Reihe fortzusetzen und sich weiter auf ihren einzigen, musikalischen Pfaden zu begeben, erkennt man die Tiefe und Schönheit ihrer Musik.
Waren es auf dem ebenfalls tollen Vorgänger-Album „Picaresque“ noch einzelne Songs wie ‚We Both Go Down Together’, ‚From My Own True Love’ und natürlich das famose ‚Engine Driver’, die hervorstachen, so ist es auf „The Crane Wife“ die Homogenität, die einem den Atem anhalten lässt. Am ehesten ist das Album mit einem Abenteuerspielplatz zu vergleichen, auf dem sich ständig neue Sachen entdecken lassen, die noch mehr Spaß machen als die, die man auch schon super fand. Vielleicht sollten sie zu ihrer Musik mal einen Film drehen oder ein Musical machen, denn die heutigen Musicals sind doch eh alle Schrott und richten sich an den Mainstream-Mob. Ideen genug hätten sie da sicher reichlich, denn ebenso reichlich habe sie ihre Songs ausgeschmückt und wenn man die Decemberists live gesehen hat, dann fällt einem kaum eine Steigerung ein. Vor allem wenn Sänger und Kopf Colin Meloy mal wieder betrunken ist…
The Decemberists sind eine einzigartige Band, die bisher zum einen wirklich vier toll Alben gemacht hat und zum anderen mit “The Crane Wife” ihr Meisterwerk geschaffen haben. (EMI)
‚Go To Sleep now, little ugly – go to sleep now, little fool’
12.02. Köln – 13.02. Hamburg – 14.02. Berlin – 18.02. München –19.02. Wien (A)
Kategorie: About Albums
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.


Tom am 11. Januar 2007, 21:49
Ja, ja, ja. Mehr.
Endlich kommen sie wieder nach Hamburg. Kennengelernt habe ich die Band als Vorgruppe von Cake, vor zwei (?) Jahren. Sie sind damit einige der ganz wenigen Gruppen, die ihren Hauptact locker in den Schatten gestellt haben. Was auch wieder schön ist, denn wie entspannt lässt sich ein Konzert erst genießen, wenn bereits die Vorgruppe alle Erwartungen an den Abend erfüllt haben!
Ich heller Vorfreude auf diesen Wahnsinnsfebruar und vor allem auf die Dezemberer.